{"id":17375,"date":"2022-11-04T10:24:00","date_gmt":"2022-11-04T10:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/muzeum.haus.pl\/?post_type=project&#038;p=17375"},"modified":"2022-11-08T07:44:17","modified_gmt":"2022-11-08T07:44:17","slug":"gleiwitzer-und-bahnhofstrasse-sowie-boulevard","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/muzeum.haus.pl\/de\/ausstellung\/das-goldene-zeitalter-von-bytom-1800-1940\/stadtbebauung\/gleiwitzer-und-bahnhofstrasse-sowie-boulevard\/","title":{"rendered":"Gleiwitzer- und Bahnhofstrasse sowie Boulevard"},"content":{"rendered":"<div id=\"cmsmasters_row_bkrqerlwx6\" class=\"cmsmasters_row cmsmasters_color_scheme_default cmsmasters_row_top_default cmsmasters_row_bot_default cmsmasters_row_boxed\">\n<div class=\"cmsmasters_row_outer_parent\">\n<div class=\"cmsmasters_row_outer\">\n<div class=\"cmsmasters_row_inner\">\n<div class=\"cmsmasters_row_margin\">\n<div id=\"cmsmasters_column_f4duwgmvn\" class=\"cmsmasters_column one_first\">\n<div class=\"cmsmasters_column_inner\"><div id=\"cmsmasters_heading_h2r97yffe\" class=\"cmsmasters_heading_wrap cmsmasters_heading_align_left\">\n\t<h2 class=\"cmsmasters_heading\">GLEIWITZER- UND BAHNHOFSTRASSE SOWIE BOULEVARD<\/h2>\n<\/div>\n<div id=\"cmsmasters_divider_8qawy5fd2p\" class=\"cmsmasters_divider cmsmasters_divider_width_long cmsmasters_divider_pos_center\"><\/div>\n<div class=\"cmsmasters_text\">\n<h3>Wehranlage<\/h3>\n<p>Die Stadt Beuthen wurde an einer nat\u00fcrlichen Wehrstelle angelegt, d.h. auf einem kleinen H\u00fcgel, der um mehrere bis zu einem guten Dutzend Meter \u00fcber die Umgebung herausragt und mit kleinen Wasserstr\u00e4ngen umgeben ist. Am besten zeigt es das nummerische Gel\u00e4ndemodell (siehe <a href=\"https:\/\/sitplan.um.bytom.pl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/sitplan.um.Beuthen.pl\/<\/a>) oder wenn man vom Ring in Richtung der sich senkenden Stra\u00dfen (z.B. Schiesshaus-, Krakauer-, Kaiser-, Gr\u00e4upner-, Hospitalstra\u00dfe und der Schwibbogengasse) sieht bzw. die Senke hinter der Ritter- oder Wallstra\u00dfe beobachtet.<\/p>\n<p>Nur vom Westen her, wo das Boulevard war, ist das Gel\u00e4nde flach oder ein wenig angehoben. Um die Verteidigungsm\u00f6glichkeiten an dieser Stelle zu verbessern, wurde hier die Stadtmauer verdoppelt (an den restlichen Seiten bestand die Wehranlage aus einer Mauer und einem Erdwall). Davor gab es breite Teiche. Die Wehranlage der Stadt bestand bis Anfang des 19. Jh. und ist noch auf den \u00e4ltesten Stadtpl\u00e4nen Beuthens von 1749 (von Christian Friedrich von Wrede), 1788 (von Runschke) oder 1811 (von Schubert) zu sehen. Darin sehen wir auch drei Stadttore: ein an der \u00f6stlichen Seite \u2013 genannt nach den St\u00e4dten, zu denen es f\u00fchrte, als Slawkower- oder Krakauer-Tor bezeichnet, und zwei an der westlichen Stadtseite, Peiskretschamer- bzw. Tarnowitzer-Tor sowie Gleiwitzer-Tor genannt. Diese untypische Anordnung mit zwei nahezu benachbarten Toren geht wahrscheinlich auf die Stadtaufteilung in den Jahren 1369\u20131475 zur\u00fcck. Zu jener Zeit hatte die Stadt zwei Herren und zwei unabh\u00e4ngige Stadtr\u00e4te, B\u00fcrgermeister und Rath\u00e4user. Diese unabh\u00e4ngigen Tore erlaubten die Kontrolle der Einreisenden und die Mauterhebung von jedem Stadtteil separat, hatten jedoch das Abwehrsystem der Stadt geschw\u00e4cht.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"cmsmasters_gallery_atnf09csp\" class=\"cmsmasters_gallery_wrap\" data-type=\"grid\" data-count=\"0\"><ul class=\"cmsmasters_gallery cmsmasters_1 cmsmasters_more_items_loader\"><li id=\"rzecz_17241\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_37.jpg\" rel=\"ilightbox[atnf09csp]\" data-caption=\"\u00c4lteste Stadtpl\u00e4ne: 1749 (von Christian Friedrich von Wrede), 1788 (von Runschke) und 1811 (von Schubert). Auf den Pl\u00e4nen sieht man die Wehranlage der Stadt, die bis in die Anf\u00e4nge des 19. Jh. bestanden hat.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_37-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>\u00c4lteste Stadtpl\u00e4ne: 1749 (von Christian Friedrich von Wrede), 1788 (von Runschke) und 1811 (von Schubert). Auf den Pl\u00e4nen sieht man die Wehranlage der Stadt, die bis in die Anf\u00e4nge des 19. Jh. bestanden hat.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/div>\n<div id=\"cmsmasters_divider_k8r51ibyga\" class=\"cmsmasters_divider cmsmasters_divider_width_long cmsmasters_divider_pos_center\"><\/div>\n<div class=\"cmsmasters_text\">\n<h3>Gleiwitzer Vorstadt<\/h3>\n<p>Im 18. Jh. sollte das Gleiwitzer-Tor nicht mehr betrieben werden (Gramer, S. 258, erinnert sich, dass das Tor 1808 neu er\u00f6ffnet wurde), hinter diesem Tor jedoch befand sich die Hauptvorstadt von Beuthen \u2013 die Gleiwitzer Vorstadt. Sie hatte einen landwirtschaftlichen Charakter, genauso wie der symmetrisch auf der gegen\u00fcberliegenden Seite gelegene Rossberg, wurde jedoch nicht von Bauern, G\u00e4rtnern und H\u00e4uslern bewohnt, sondern von B\u00fcrgern und Vorst\u00e4dtern (die keine H\u00e4user in der eigentlichen Stadt hatten). Noch auf dem Stadtplan vom 1828 sieht man, dass die gesamte Vorstadt aus Feldern und H\u00f6fen bestand und an ihrem Ende (von der jetzigen Bahnhofstra\u00dfe Nr. 36 bis einschlie\u00dflich dem Gel\u00e4nde des jetzigen Bahnhofs) ein gro\u00dfangelegtes Vorwerk des Pfarrers Stefan Nawroth lag. Diese Lage \u00e4nderte sich kaum auch in den n\u00e4chsten Jahrzehnten und das trotz derAufbaupl\u00e4ne der Eisenbahnstrecke durch Beuthen aus den Jahren 1845 und 1858. Erst 1858 wurde der neue Verlauf der Bahnhofstra\u00dfe abgesteckt. Sie sollte die Gleiwitzer Vorstadt dort durchqueren, wo heute die H\u00e4user Bahnhofstr. 31 und 32 stehen und der Bahnhof sollte etwas n\u00e4her an den Stadtkern, zwischen der Hohenzollernstr.- und der Gymnasialstr., angelegt werden.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"cmsmasters_gallery_40jip9yf5\" class=\"cmsmasters_gallery_wrap\" data-type=\"grid\" data-count=\"0\"><ul class=\"cmsmasters_gallery cmsmasters_2 cmsmasters_more_items_loader\"><li id=\"rzecz_17243\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_38.jpg\" rel=\"ilightbox[40jip9yf5]\" data-caption=\"Stadtplan aus dem Jahr 1828 mit markierten Vorst\u00e4dten, bestehend aus Feldern und Geh\u00f6ften, die bis zum Vorwerk des Pfarrers Stefan Nawroth, das in der N\u00e4he des heutigen Bahnhofs seinen Standort hatte, reichten.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_38-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Stadtplan aus dem Jahr 1828 mit markierten Vorst\u00e4dten, bestehend aus Feldern und Geh\u00f6ften, die bis zum Vorwerk des Pfarrers Stefan Nawroth, das in der N\u00e4he des heutigen Bahnhofs seinen Standort hatte, reichten.<\/figcaption><\/figure><\/li><li id=\"rzecz_17245\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_39.jpg\" rel=\"ilightbox[40jip9yf5]\" data-caption=\"Radierung von ca. 1830 mit der damaligen Bebauung des Vorwerks von Pfarrer Nawroth.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_39-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Radierung von ca. 1830 mit der damaligen Bebauung des Vorwerks von Pfarrer Nawroth.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/div>\n<div id=\"cmsmasters_divider_7oktc35jy\" class=\"cmsmasters_divider cmsmasters_divider_width_long cmsmasters_divider_pos_center\"><\/div>\n<div class=\"cmsmasters_text\">\n<h3>Bahnhofstra\u00dfe<\/h3>\n<p>Der bauliche Aufschwung von Beuthen begann erst in den 60-er Jahren des 19. Jh. (s. Geschichte von Ring) und die ersten modernen B\u00fcrgerh\u00e4user in der Gleiwitzer Vorstadt (jetzt Bahnhofstr. Nr. 9 und 18) wurden in 1869 erbaut. Damals hat der Querweg durch die Ackerfelder offiziell den Namen Gleiwitzer Stra\u00dfe bekommen. Sie fing beim Ring an und streifte durch den Boulevard und die Bahnhofstra\u00dfe bis hinter dem Bahnhof zum Bahndamm. 1870 sind weitere Geb\u00e4ude entstanden: jetzige Bahnhofstr. 4 und 6, und 1871 die H\u00e4user Nr. 21 und 26. Die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung brachte jedoch der (schlie\u00dflich erfolgreiche) Aufbau der Bahnlinie 1872. Die Eisenbahn verk\u00fcrzte und schloss diese Stra\u00dfe ab, dessen Abschnitt vom Boulevard bis zum Bahnhof funktionsgem\u00e4\u00df als Bahnhofstra\u00dfe bezeichnet wurde. Die periphere Vorstadt wurde in K\u00fcrze zum Handelszentrum der sich schnell entwickelnden Stadt. In 1872 wurden das Haus Nr. 33, 1873 die Hauser Nr. 28 und 30, und 1874 die H\u00e4user Nr. 20, 35 und 37 erbaut. Die Eisenbahn hatte auch zur Entstehung von mehreren Hotels f\u00fcr die Stadtbesucher beigetragen: Sanssouci (sp\u00e4ter Kaiserhof an der Bahnhofstr. 16), Reichshof (sp\u00e4ter Europahof an der Bahnhofstr. 19) oder Schlesischer Hof gegen\u00fcber dem Bahnhof (Bahnhofstr. 37, 1945 abgerissen). Leider sind nicht viele Fotos der Bahnhofstr. aus dem 19. Jh. w\u00e4hrend ihrer heftigen Umbauphase erhalten geblieben. Eine der wenigen Ansichten (vom Boulevard aus gesehen) zeigt eine Mischung von kleinen eingeschossigen oder sogar erdgeschossigen Bauten sowie eine Reihe von neuerrichteten gro\u00dfst\u00e4dtischen B\u00fcrgerh\u00e4usern.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"cmsmasters_gallery_rl85hthznb\" class=\"cmsmasters_gallery_wrap\" data-type=\"grid\" data-count=\"0\"><ul class=\"cmsmasters_gallery cmsmasters_2 cmsmasters_more_items_loader\"><li id=\"rzecz_17247\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_40.jpg\" rel=\"ilightbox[rl85hthznb]\" data-caption=\"Bahnhofstra\u00dfe, rechts das Hotel \u201eSchlesischer Hof\u201d. Bild v. ca. 1900.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_40-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Bahnhofstra\u00dfe, rechts das Hotel \u201eSchlesischer Hof\u201d. Bild v. ca. 1900.<\/figcaption><\/figure><\/li><li id=\"rzecz_17249\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_41.jpg\" rel=\"ilightbox[rl85hthznb]\" data-caption=\"Bahnhofstra\u00dfe, Ansicht der H\u00e4user Nr. 24 und 22 und des Eckhauses Gymnasialstra\u00dfe 9.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_41-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Bahnhofstra\u00dfe, Ansicht der H\u00e4user Nr. 24 und 22 und des Eckhauses Gymnasialstra\u00dfe 9.<\/figcaption><\/figure><\/li><li id=\"rzecz_17251\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_42-scaled.jpg\" rel=\"ilightbox[rl85hthznb]\" data-caption=\"Haus Nr. 24 aus dem Jahr 1894, entworfen von Alfons Powollik f\u00fcr Hans Jaworski.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_42-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Haus Nr. 24 aus dem Jahr 1894, entworfen von Alfons Powollik f\u00fcr Hans Jaworski.<\/figcaption><\/figure><\/li><li id=\"rzecz_17253\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_43.jpg\" rel=\"ilightbox[rl85hthznb]\" data-caption=\"Ansicht der Bahnhofstra\u00dfe vom Boulevard. Bild v. 1920er-Jahren.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_43-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Ansicht der Bahnhofstra\u00dfe vom Boulevard. Bild v. 1920er-Jahren.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/div>\n<div id=\"cmsmasters_divider_881dm8l5h9\" class=\"cmsmasters_divider cmsmasters_divider_width_long cmsmasters_divider_pos_center b-hr\"><\/div>\n<div class=\"cmsmasters_text\">\n<h3>Boulevard<\/h3>\n<p>Westlich der Stadt, hinter dem Tarnowitzer-Tor (das auch Peiskretschamer-Tor genannt wurde) und dem Gleiwitzer-Tor, gab es im 18. Jh. Teiche und unregelm\u00e4\u00dfige l\u00e4ndliche Bebauung. In 1832 wurde im zentralen Teil dieses Gel\u00e4ndes \u2013 wie Gramer schreibt \u2013 der <em>Bau des Garnisonsstalles (des 4. Eskadrons des 2. Ulanen-Regiments) f\u00fcr 154 Pferde zu Ende gebracht, dessen Kosten sich auf 13 728 Thaler 12 Groschen und 2 Pfennige beliefen<\/em>. In 1857 wurde die Garnison nach Leobsch\u00fctz verlegt und die Stadtverwaltung hat das Gel\u00e4nde nach dem Abbruch des Stalles neu bewirtschaftet und die Fluchtlinien abgesteckt. Die n\u00f6rdliche Fluchtlinie bildete die Verl\u00e4ngerung der Gleiwitzerstra\u00dfe und die s\u00fcdliche Fluchtlinie die alten vorst\u00e4dtischen Wege \u2013 so ist der bis heute bestehende Dreieckplatz entstanden. W\u00e4hrend des erw\u00e4hnten baulichen Aufschwungs der 60-er Jahre des 19. Jh. wurden hier das Hotel zur Post sowie gro\u00dfst\u00e4dtische B\u00fcrgerh\u00e4user errichtet \u2013 im Jahr 1866 die H\u00e4user Nr. 5 und 7, und 1867 das Haus Nr. 6. Vor dem Aufbau der Eisenbahnstrecke gab es hier das Verkehrszentrum der Stadt mit Post und Haltestellen f\u00fcr die durch die Fuhrm\u00e4nner bedienten Omnibusse, mit denen die n\u00e4chste Bahnstation in Morgenroth erreicht werden konnte. Unter der Nr. 1 wurde das erste Handelshaus in Beuthen, das den Gebr\u00fcdern Barasch und sp\u00e4ter der Gesellschaft Woolworth Co. geh\u00f6rte, erbaut. Um die Wende des 19. und 20. Jh. war es zweifellos der pr\u00e4chtigste und sch\u00f6nste Platz von Beuthen. Die im Jahr 1886 erbaute Kaiserliche Post, reich verzierte H\u00e4user, ein Brunnen und Stra\u00dfenbahnen (zuerst von Pferden gezogen und ab 1899 mit Elektroantrieb) waren das beliebteste Motiv der Fotos und Postkarten aus jener Zeit. Der Boulevard, wie der Platz g\u00e4ngig genannt wurde, war offiziell ein Teil der Gleiwitzerstra\u00dfe und hat damals den Ring, der bis zu den ersten Jahren des 20. Jh. einen kleinst\u00e4dtischen Charakter hatte, in den Schatten gestellt. In K\u00fcrze hat aber die Politik diese charmante Ansicht verschleiert. In 1914 wurde der Platz offiziell zum Kaiser Franz-Josef-Platz zur Ehre des mit Deutschland verb\u00fcndeten Kaisers umbenannt und nach dem Sieg unter Tannenberg \u00e4nderte man den Namen von Caf\u00e9 Boulevard (die anstelle des inzwischen abgerissenen Postamtes errichtet wurde) in Caf\u00e9 Hindenburg. Sp\u00e4ter kam es noch schlimmer \u2013 in den 30-er Jahren des 20. Jh. hat der Platz den Namen von Adolf Hitler bekommen und wurde zum Schauplatz von Demonstrationen der Nationalsozialisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Josef Stalin zum Namensgeber und erst nach dessen Tod erhielt der Platz den Namen von Ko\u015bciuszko. In den Jahren 1979\u20131980 wurde die gesamte n\u00f6rdliche Stra\u00dfenfront, damals schon stark durch zahlreiche Umbauten entstellt, abgerissen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"cmsmasters_gallery_f1dtmzo818\" class=\"cmsmasters_gallery_wrap\" data-type=\"grid\" data-count=\"0\"><ul class=\"cmsmasters_gallery cmsmasters_2 cmsmasters_more_items_loader\"><li id=\"rzecz_17255\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_44.jpg\" rel=\"ilightbox[f1dtmzo818]\" data-caption=\"Kaiserliche Post, errichtet im Jahr 1886.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_44-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Kaiserliche Post, errichtet im Jahr 1886.<\/figcaption><\/figure><\/li><li id=\"rzecz_17257\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_45.jpg\" rel=\"ilightbox[f1dtmzo818]\" data-caption=\"H\u00e4user am Boulevard, um ca. 1900.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_45-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>H\u00e4user am Boulevard, um ca. 1900.<\/figcaption><\/figure><\/li><li id=\"rzecz_17259\" class=\"cmsmasters_gallery_item cmsmasters_caption\"><figure><a href=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_46.jpg\" rel=\"ilightbox[f1dtmzo818]\" data-caption=\"Ansicht des Boulevards, Bild v. 1896.\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"420\" src=\"https:\/\/muzeum.haus.pl\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/bytom_46-580x420.jpg\" class=\"attachment-cmsmasters-project-thumb size-cmsmasters-project-thumb\" alt=\"\" \/><\/a><figcaption>Ansicht des Boulevards, Bild v. 1896.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":17371,"menu_order":100,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-17375","project","type-project","status-publish","format-standard","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.7 - 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